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Das CONNECT-Programm kommt mit der Schulung der Patinnen ins Rollen
© Regine Peter

Das CONNECT-Programm kommt mit der Schulung der Patinnen ins Rollen

CONNECT-Projekt-Koordinatorin Naila Chikhi. Foto: © Regine Peter CONNECT-Koordinatorin Naila Chikhi. Foto: © TERRE DES FEMMES Am letzten März Wochenende 2017 haben sich 15 Frauen zusammengefunden, um auf ihren Einsatz als Patin für eine geflüchtete Frau vorbereitet zu werden. Während der zweieinhalb Tage wurden möglichst viele Themen besprochen, die bei der Begleitung wichtig werden könnten. Dabei wurden die Patinnen nicht nur in die allgemeine Situation der geflüchteten Frauen eingeführt, beispielsweise mit Workshops zu Situationen in den Herkunftsländern, sondern es gab auch konkrete Hinweise und Lösungsansätze zu Herausforderungen, die mit dem Asylverfahren oder interkultureller Kommunikation auftauchen können.

 

Wissen für den Ernstfall: Wie umgehen mit Herausforderungen der deutschen Bürokratie oder Fluchterfahrung?

In der Schulung wurden die spezifischen Bedürfnisse geflüchteter Frauen besprochen: Welchen Gewaltformen waren die Frauen in ihrem Heimatland möglicherweise ausgesetzt, welchen Problemen stehen sie hier in Deutschland noch gegenüber? Außerdem gab es einen Vortrag zum Asylrecht und welche Herausforderungen die Geflüchtete bewältigen muss, wenn sie sich durch den Berliner Behördendschungel schlägt. Es wurden erste Schritte aufgezeigt, um z.B. geflüchtete Frauen in den deutschen Arbeitsmarkt und die Gesellschaft einzuführen. Dabei veranschaulichte das CONNECT-Team die theoretischen Schulungsinhalte mit praktischen Anwendungsbeispielen.

CONNECT-Schulung. Foto: © TERRE DES FEMMES Auf die Theorie folgt die Praxis – Welche Übersetzungsapp funktioniert mit Dari?

Zu guter Letzt wurden konkrete Ideen zum Empowerment diskutiert und wie man den geflüchteten Frauen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben in Berlin helfen kann. Dabei waren insbesondere praktische Tipps gefragt: Wie erklärt man das Berliner U-Bahnsystem, welche Übersetzungsapps funktionieren auch mit Dari und Urdu und wie kommuniziert man überhaupt, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht? Wie sollte insgesamt mit kulturellen, aber auch finanziellen Barrieren umgegangen werden?

Für viele Patinnen wurde die Komplexität der Thematik rund um Frauen auf der Flucht erst durch die Schulung greifbar: "Während der Schulung wurden viele mögliche Probleme angesprochen, die mir vorher nicht bewusst waren. Ich fand es gut, das Herausforderungen klar benannt wurden." Viele der Patinnen konnten neben den Vorträgen auch von den Erfahrungen und dem Wissen der anderen Teilnehmerinnen profitieren. Es gab häufig anregende Gespräche, bei denen Lösungsvorschläge gemacht und diskutiert werden konnten.

Bald treffen sich die ersten Tandems von CONNECT!

Die Patinnen sind höchst motiviert, ihr erlangtes Wissen auch anzuwenden, was sie in naher Zukunft auch tun können. Nach dem Matching, bei dem das CONNECT-Team die Tandems auswählt, finden die ersten Treffen von ehrenamtlichen Patinnen und geflüchteten Frauen statt. Die CONNECT-Patenschaft soll den geflüchteten Frauen eine Hilfe beim Ankommen und Einleben sein und den Patinnen die Chance geben, ihr interkulturelles Verständnis und Wissen weiter auszubauen.

CONNECT Schulung im April 2017. Foto: © TERRE DES FEMMES Das CONNECT-Team von TERRE DES FEMMES freut sich auf ein weiterhin erfolgreiches Projekt!

 

Stand: 04/2017