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Teilnehmerinnen des Gruppentreffens.
Teilnehmerinnen des Gruppentreffens. Foto: © Regine Peter

Das erste Gruppentreffen des Patenschaftsprogramms CONNECT: Berichte von starken Frauen

Am 14. Juni 2017 fand das allererste Gruppentreffen unseres Patenschaftsprogramms CONNECT statt, das Berlinerinnen mit geflüchteten Frauen zusammenbringt. Alle Ehrenamtlichen des ersten Projektzyklus waren eingeladen, um ihre Erfahrungen aus den Tandems auszutauschen.

In lockerer Runde erzählte jede Patin von ihren ersten Treffen mit ihrer Tandempartnerin. Bei manchen Frauen gestaltete sich die Kontaktaufnahme schwieriger, da sich die Antwort der geflüchteten Frau durch sprachliche Barrieren verzögerte. Aufgrund des Fastenmonats Ramadan, der Ende Mai begann, mussten die Treffen einiger Tandems ausgesetzt werden.

Foto: © Regine PeterMit viel Mut wagen die Frauen den Neuanfang

Die Patinnen erzählten von eindrucksvollen, willensstarken und engagierten Frauen.

Eine Patin unterstützt eine Afghanin in ihren Mittdreißigern bei der Wohnungssuche und dem Familiennachzug ihres kürzlich aus der Gefangenschaft der Taliban freigekommenen Mannes. Sie ist beeindruckt, wie energisch und zielstrebig die Frau ihr neues Leben in Deutschland organisiert. Sie hat den Traum, Hebamme zu werden. „Das Tandem ist ein schöner, herzlicher und intensiver Kontakt“, findet die Aktive.

Faszinierende Lebensgeschichten, Schwierigkeiten meistern, in Deutschland ankommen

Ein anderes Tandem hat in der kurzen Zeit ihrer Bekanntschaft bereits einige Höhen und Tiefen durchgemacht. Die Lebensgeschichte der Frau beeindruckte die Patin sehr: „Ich finde es unverständlich, wie man nach all diesen Schicksalsschlägen so freundlich, so offen, gegenüber anderen Menschen sein kann“, sagte sie. Als ihr schönstes Erlebnis beschrieb sie einen Besuch im Schwimmbad mit ihrer Tandempartnerin und deren Kinder, die vorher noch nie schwimmen waren. Die Freude und Aufregung der Kinder war einfach ansteckend. Auf der anderen Seite musste sich die Patin mit einem dominanten Familienmitglied auseinandersetzen, das Treffen am Abend verbieten wollte. Sie konnte trotz anfänglicher Vorbehalte das Familienmitglied überzeugen, dass sich die Frauen zu selbst gewählten Zeiten treffen. „Mir ist es wichtig, meiner Tandempartnerin das Gefühl zu vermitteln, dass sie in einem Land ist, in dem sie frei leben und entscheiden kann und in dem ihre Entscheidungen auch geschützt werden.“

Auch schilderten die Ehrenamtlichen, dass die Frauen langsam in kleinen Schritten in Deutschland ankämen. So haben einige das Kopftuch abgelegt, um zu signalisieren, dass sie sich hier als freie, selbstbestimmte Frauen bewegen können.

Gruppentreffen für die Ehrenamtlichen: Erfahrungsaustausch ist wichtig

Den Austausch untereinander fanden die Patinnen sehr gewinnbringend. Von „einer faszinierenden Bandbreite“ von Begegnungen ist berichtet worden. Die Betreuung durch das CONNECT-Team wird von den Frauen als großen Vorteil für ihr ehrenamtliches Engagement empfunden: „Man hat das Gefühl, eingebunden zu sein und Erfahrungen teilen zu können. Bei Fragen steht das Team jederzeit zur Verfügung und hilft gerne weiter. “

Das CONNECT-Team bedankt sich ganz herzlich für die Bereitschaft der Patinnen, so offen über die ersten Begegnungen mit ihren Tandempartnerinnen zu sprechen. Wir freuen uns auf weitere entspannte und interessante Gruppentreffen!

 Foto: © Regine Peter

Stand: 06/2017