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Teilnehmerinnen der 2. Schulungsrunde.
Teilnehmerinnen der 2. Schulungsrunde. Foto: © TERRE DES FEMMES

Auf ein Neues! Der zweite Zyklus des CONNECT-Patenschaftsprogramms für geflüchtete Frauen in Berlin startet mit der Schulung der Patinnen

Ende Juni 2017 fand die zweite Schulung für die Patinnen im Rahmen unseres CONNECT-Programms statt. Eine Gruppe von engagierten ehrenamtlichen Frauen hatte an zwei Schulungstagen die Gelegenheit, Vorträge der CONNECT-Referentinnen zu hören, zu diskutieren und die anderen Teilnehmerinnen kennenzulernen.

Engagierte Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen

In der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass die Frauen, die am Patenschaftsprogramm teilnehmen, ganz unterschiedliche persönliche und berufliche Hintergründe haben. Es eint sie das Interesse für ein sinnvolles und nachhaltiges Engagement. Für eine Patin ist die Unterstützung einer geflüchteten Frau „ein guter Beitrag, den man leisten kann“, da man ihr damit unmittelbar bei ihrem Ankommen in Deutschland hilft.

Eine andere Engagierte berichtete, dass sie schon länger nach einem passenden Ehrenamt suchte. Ihr gefällt, dass im Rahmen der CONNECT-Patenschaft die individuelle Betreuung einer geflüchteten Frau im Vordergrund steht. Sie hat Lust, sich auf eine längerfristige Patenschaft einzulassen.

Neben dem Interesse an einem sinnvollen Engagement betonten die Frauen auch ihr Interesse an Frauenrechten, Empowerment und dem Themenfeld “geschlechtsspezifische Gewalt“ und begründeten so ihre Entscheidung, am Patinnenprogramm teilzunehmen.

Umfangreiche Vorbereitung für die Patenschaft

Während den zwei Schulungstagen wurden den Patinnen Kenntnisse vermittelt, die für das Tandem mit der geflüchteten Frau hilfreich sein könnten. Die Ehrenamtlichen wurden beispielsweise für Situationen sensibilisiert, in denen sie mit Gewalterfahrungen seitens der Geflüchteten konfrontiert sind. Essentiell ist im Rahmen der Patenschaft auch Wissen zum Asylrecht und Asylbewerberleistungsgesetz, welches am ersten Schulungstag vermittelt wurde. In einigen kleinen Gruppenarbeitsphasen wurden Informationen zu den Herkunftsländern, Bildungsintegrationsmaßnahmen und Motivationstipps erarbeitet. Der zweite Schulungstag legte einen Fokus auf zwischenmenschliche Kompetenzen, die „soft skills“: Die Patinnen hatten die Möglichkeit, über Grenzen des Ehrenamts zu sprechen oder auch über die Frage, in welchen Fällen eine professionalisierte Beratungsstelle hinzugezogen werden sollte.

Die spannendste Frage: Wer ist meine Tandempartnerin?

Zum Start des zweiten Projektzyklus hatte sich das Verhältnis von interessierten Patinnen und interessierten geflüchteten Frauen gedreht: Auf einmal hatten sich mehr Geflüchtete als Patinnen für das Programm gemeldet. Deshalb entschied sich das CONNECT-Team, das „Matching“ bereits im Vorfeld der Schulung nach den ersten Kennenlerntreffen mit den engagierten Frauen vorzunehmen. Am Ende des ersten Schulungstages wurden die zukünftige Patinnen über das Profil ihrer Tandempartnerinnen informiert, was mit großer Spannung und Interesse erwartet wurde.

Das Matching wurde gut angenommen, da sich unter den Geflüchteten Frauen mit ähnlichen Interessen befinden. So konnten wir beispielsweise eine an Kunst interessierte Patin mit einer jungen Afghanin zusammenbringen, die gerne malt. Ein anderes Tandem wurde aufgrund eines gleichen Berufes geschlossen. Eine Ehrenamtliche, die beruflich mit Jugendlichen arbeitet, wird eine junge Geflüchtete unterstützen. Die Bekanntgabe der Tandempartnerinnen stellte sich als großen Vorteil für die Ehrenamtlichen heraus, da sie sofort zum Hintergrund ihrer individuellen Tandempartnerin recherchieren und sich am zweiten Schulungstag zielorientiert auf die Patenschaft vorbereiten konnten.

Das CONNECT-Team wünscht den Patinnen des zweiten Projektzyklus eine inspirierende Patenschaft und freut sich auf ein weiterhin interessantes Projekt!