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Meine Tandempartnerin und ich haben uns genau vor einem Jahr kennengelernt. Seitdem treffen wir uns alle 1-2 Wochen für die unterschiedlichsten Aktivitäten. Manchmal sehen wir uns häufiger und manchmal auch zwei Wochen nicht, wenn sie Freunde in einer anderen Stadt besucht oder ich viel arbeiten muss. Gemeinsam finden wir aber immer einen guten Weg, uns besonders dann zu treffen und auszutauschen, wenn sie Unterstützung braucht. Zu Beginn mussten wir uns natürlich erst mal kennenlernen, herausfinden, wer uns da gegenübersitzt, und Vertrauen aufbauen. Da meine Tandempartnerin den Wunsch hat, zu studieren, haben wir uns einige Monate mit Bewerbungen, dem Prüfen von Dokumenten und Sprechstunden für Geflüchtete an Universitäten/Fachhochschulen auseinandergesetzt.

Schulung „Traumasensibler Umgang mit geflüchteten Frauen“ für CONNECT-Patinnen
Foto: © TERRE DES FEMMES

 

Am 20.10.2019 hat das CONNECT-Team Désirée Birri und Laureen Hinz die Patinnen des Integrationsprojekts in die TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle eingeladen. Die Schulung zum Thema „Traumasensibler Umgang mit geflüchteten Frauen“ wurde von Cathy Kopp, Sozialpädagogin und selbst CONNECT-Patin, durchgeführt.

„Der Begriff Trauma (griech.: Wunde) lässt sich bildhaft als eine ‚seelische Verletzung‘ verstehen, zu der es bei einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis kommen kann.“ So definiert die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie den Begriff.

 

Alles in allem bewerte ich die CONNECT-Zeit mit meiner Tandempartnerin Adanna als sehr lohnenswert, aber auch als sehr anstrengend. Eine Frau ohne Schulbildung, mit Fluchterfahrung und in einer Krisensituation über einen langen Zeitraum begleiten zu dürfen und vor allem auch in schwierigen Situationen, etwa bei Anhörungen, dolmetschen zu können, hat mich auch persönlich geprägt: einerseits das volle emotionale Verständnis für meine Tandempartnerin in diesen Situationen, andererseits auch die Notwendigkeit, ihr erklären zu müssen, dass diese (leidvollen) administrativen Schritte nun zu ihrem Leben gehören und ihr letztlich für ihre Zukunft auch Gutes bringen können. Hierbei hat vor allem geholfen, dass Adanna und ich uns persönlich von Anfang an gut verstanden haben (gleicher Humor!), sie mir stets vertraut hat und ich ihre Tochter fast von Geburt an habe kennenlernen können. So habe ich seit Beginn der Patenschaft die Gesamtsituation meiner Tandempartnerin erfahren, viel über ihr Leben in Benin und ihre Fluchtgeschichte gelernt und konnte mich so in gewisser Weise auf diese Dinge einstellen.

„Was bist du denn für ein Mann?“ – Rollentausch beim 3. CONNECT-Gruppentreffen 2019
Foto: © TERRE DES FEMMES

 

Am Dienstag, den 17. September 2019, haben CONNECT-Projektreferentin Désirée Birri und Gesa Birkmann, TERRE DES FEMMES-Bereichsleitung, die Patinnen aller sechs CONNECT-Zyklen zu einem offenen Austausch in entspannter Atmosphäre in die TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle eingeladen. Im Zentrum des Abends standen die Erfahrungen und schönen Momente der Patenschaften, aber auch die Hürden und Sorgen.