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Der dritte Zyklus von CONNECT: „Dem fremden Land ein bekanntes Gesicht geben“

 

Anfang November 2017 ging CONNECT in die dritte Runde: die neuen Patinnen hatten die Gelegenheit einmal wöchentlich in den Abendstunden Workshops in der Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES e.V. zu besuchen. Dabei wurden verschiedenste Themen wie Integrationsmaßnahmen, das Asylrecht oder auch die interkulturelle Öffnung angesprochen. 

Warum möchte ich bei CONNECT mitmachen?

Erneut fiel auf, wie vielfältig die Frauen im CONNECT-Programm sind. Ob jung oder alt, ob Hebamme oder im Ruhestand – bei CONNECT sind alle Frauen vertreten. Gerade diese bunte Mischung macht dieses Projekt zu einem ganz besonderen Programm. Die Beweggründe eine Patenschaft zu übernehmen sind ebenso unterschiedlich wie die Frauen selbst. Viele waren bereits zuvor ehrenamtlich aktiv, aber möchten sich jetzt dort engagieren, wo ihnen der passende Rahmen für die Begleitung geflüchteter Frauen geboten wird. Einige der Patinnen haben in der Vergangenheit im Ausland gelebt und dort viel Hilfsbereitschaft erfahren. Als Dank für die Unterstützung möchten sie im Gegenzug etwas an andere zurückgeben.  

Begegnung auf Augenhöhe: Unbekanntes Terrain gemeinsam erobern

Im Rahmen der Schulung hatten die Patinnen die Gelegenheit Fragen zu dem Gehörten zu stellen und Anregungen zu geben. Dabei kam zu Sprache welche Ängste, Erwartungen und Wünsche die Frauen im Hinblick auf die Patenschaft haben. Viele haben großen Respekt vor der Überwindung der Sprachbarriere, da in den meisten Fällen zu Anfang nur eine Kommunikation mit Hand und Fuß möglich ist. Doch die Patinnen scheuen die Herausforderung nicht und so möchte eine von ihnen mit ihrer Tandempartnerin „unbekanntes Terrain gemeinsam erobern“. Die Aussage einer Teilnehmerin hat sich in besonderer Weise in das Gedächtnis aller eingeprägt - ihr Ziel ist es „dem fremden Land ein Gesicht zu geben“. So sollen die Frauen auf beiden Seiten die Chance bekommen sich auszutauschen und ihrem Gegenüber mehr über das eigene Land zu vermitteln. Hierdurch wird klar welche Grundeinstellung allen Patinnen zugrunde liegt: sie wollen der geflüchteten Frau auf Augenhöhe begegnen.

Feedback nach Kontaktaufnahme: Tandempartnerin trifft auf ihre „deutsche Freundin“

Voller Vorfreude ist auf Seiten der Patinnen die Bekanntgabe ihrer Tandempartnerin erwartet worden. Beim vorletzten Schulungstermin erhielten sie die Kontaktdaten, um mit ihr ein Treffen zu vereinbaren. Viele der geflüchteten Frauen warteten schon seit einiger Zeit sehnsüchtig auf ihre „deutsche Freundin“ und waren froh darüber nun endlich eine zu bekommen.

Bei der Feedback-Runde berichtete eine Patin wie gut sie sich trotz Sprachbarrieren bei einer Tasse Tee miteinander unterhalten konnten. Eine andere Frau erzählte wie aufgeregt sie vor dem ersten Treffen war und wie entspannt dieses letztendlich gelaufen ist. Sie ist froh, dass sie durch ihren Beruf als Hebamme „Sachen, die ich professionell mache mit einfließen lassen kann“.

Empowerment – Schritt für Schritt in Richtung Selbstständigkeit

Trotz dieser positiven Erfahrungen ist die Lebenssituation der meisten geflüchteten Frauen nach wie vor prekär. Sie müssen auf engem Raum mit ihrer Familie zusammenleben und ihre Kinder werden oftmals nur unzureichend betreut. Dennoch besteht die Hoffnung mit Unterstützung der Patin die Lage der Frauen zu verbessern und mit ihr gemeinsam Schritt für Schritt in Richtung Selbstständigkeit zu gehen.

Das CONNECT-Team möchte sich an dieser Stelle nochmal herzlich bei den Teilnehmerinnen bedanken und hofft auf eine spannende Zeit mit den Tandems.