Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Diese Seite drucken
„Da sein und einen langen Atem haben“ – das erste Gruppentreffen 2019
Foto: © TERRE DES FEMMES

„Da sein und einen langen Atem haben“ – das erste Gruppentreffen 2019

 

Beim ersten Gruppentreffen im neuen Jahr stand am 26. März 2019 der Austausch im Mittelpunkt. Das CONNECT-Team, bestehend aus Désirée Birri und Nadine Kleineidam, hat die Patinnen in die Bundesgeschäftsstelle eingeladen, um in vertrauter Atmosphäre intensiv über die Erfahrungen in der Patenschaft zu sprechen.

Jahresrückblick

„Jetzt wird alles besser!“, das dachte sich Chadia als sie Kerstin das erste Mal gesehen hat. So hat es ihr Chadia später verraten. Kerstin und Chadia sind seit über einem Jahr in Kontakt. Anfangs sind sie zusammen häufig zu Ämtern und Behörden gegangen. Gemeinsame Essen, auch mit den Kindern, gab es viele. Aktuell treffen sie sich einmal pro Woche zum Deutsch lernen in einem Café auf halber Strecke.

Ziele

„Wichtig in der Patenschaft ist vor allem, da sein und einen langen Atem haben“, so Kerstin. Durch das Da-Sein ergibt sich vieles von allein. Briefe werden gezeigt, Themen besprochen, die nächsten Schritte festgelegt. Die Familie wohnt bereits in einer privaten Wohnung. Der Sozialarbeiter in der Notunterkunft hat die Wohnung vermittelt. Ein Ziel gibt es dennoch: Sowohl die Flüchtlingsunterkunft als auch die Wohnung liegen in Spandau, deshalb würde Kerstin Chadia gerne andere Berliner Stadtteile zeigen.

Selbstständigkeit ist Angelikas Ziel für ihre Tandempartnerin. Derzeit verlässt sich Najibe oft auf ihre Tochter. Das soll sich ändern. Angelika übt mit Najibe die Verkehrsmittel, sodass sie sich baldmöglichst allein zurechtfindet.

Gegenseitiges Lernen

Eine Zweitmeinung einholen? Für Angelika selbstverständlich, für ihre Tandempartnerin nicht. Was, wenn der Arzt davon erfährt? Peinlich wäre das. Dass dies der Grund ist, warum Najibe anfangs nicht zu einem anderen Mediziner gehen möchte, erfährt Angelika erst nach ein paar Wochen. Kleine und große kulturelle Unterschiede machen sich in vielen Patenschaften hin und wieder bemerkbar, sind aber nicht unüberwindbar. Vertrauen und Zeit helfen. Nach einem halben Jahr hat das Tandem zusammen einen neuen Arzt aufgesucht.

Was die Patenschaften auszeichnet, ist auch ein gegenseitiges Lernen. Angelika erzählt insbesondere Najibes Tochter viel über deutsche und europäische Geschichte. Im Gegenzug hat sie ihr den Unterschied zwischen Schiiten und Sunniten erklärt und dass man in den ländlichen Gegenden Afghanistans ein längliches Fladenbrot mit Milch und Butter zum Frühstück isst. Eine Bereicherung auf beiden Seiten.

Das CONNECT-Team sagt Danke für die Einblicke und den erfolgreichen Austausch und freut sich schon auf das nächste Gruppentreffen.